Schlagwort: gendergerechte Sprache

Landeskunde

Frei sein

Frei sein

Die Hamburgerin Alli Neumann ist Schauspielerin und Sängerin mit deutsch-polnischen Wurzeln. In ihrem Song „Frei“ feiert sie die Selbstbestimmung und wehrt sich gegen Bevormundung:

A1-Wortbildung Berufe:

  • die Endung -in macht aus einem männlichen einen weiblichen Beruf, z.B. Architekt, Architektin
  • seltener gibt es die Endungen -mann oder -frau, z.B. bei Hausmann, Hausfrau oder Fachmann, Fachfrau
  • mit der Endung -kraft wird eine männliche oder weibliche Zuschreibung vermieden, z.B. bei Lehrkraft, Reinigungskraft oder Pflegefachkraft

A1-Sehverstehen: Berufe sammeln und eine Tabelle anlegen.

Filmtipp: Aktuell spielt Alli Neumann die Sängerin Carla im prämierten Film 3 ½ Stunden. Zugreisende von München nach Ostberlin erfahren am 13. August 1961, dass die DDR ihre Grenzen schließen wird. Alle Personen stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Sollen sie zurück in die DDR oder einen Neuanfang in Westdeutschland wagen? Szenen aus dem Film:

Phonetik

Der Vokalneueinsatz

Mit „Heut kommt der Hans zu mir“ den Glottisschlag trainieren! Der Vokalneu*einsatz lässt sich mit diesem Volkslied gut üben, da beim Singen die Silben deutlich getrennt werden und man dadurch gar nicht erst in Versuchung gerät, sie zu verschleifen. Das Lied funktioniert auch als Kanon.

Heut kommt der Hans zu mir, freut sich die Lies.
Ob *er *aber *über *Ober*ammergau
oder *aber *über *Unter*ammergau
oder *ob *er *überhaupt nicht kommt, ist nicht gewiss …

Höreindruck: Warum wird Deutsch manchmal als „harte“ Sprache bezeichnet? Das liegt nicht nur an der Auslautverhärtung oder am charakteristischen Wechsel betonter und unbetonter Silben, sondern auch am Glottisschlag. Vokale werden hart eingesetzt und beim Vokalneueinsatz wird ein kleiner Knacklaut produziert, den es z.B. in romanischen oder slawischen Sprachen nicht gibt. Man kann ihn üben, indem man beim Sprechen den Luftstrom bewusst unterbricht: Wochen*ende, Schwieger*eltern, Spiegel*ei, Zu*ordnungs*übung, be*enden, er*innern, ver*ändern, über*all, ein*undzwanzig, …

Phonetikübungen ab A1: Den Vokalneueinsatz trainieren mit

Gendergerechte Sprache: Sprache verändert sich fortlaufend mit den Menschen, die sie gebrauchen. Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? Im deutschen Fernsehen und Rundfunk wird seit einiger Zeit der Knacklaut gezielt eingesetzt, um zu gendern. Probieren Sie es doch einfach mal aus. Sprechen Sie geschlechtsneutral mit Lücke und lassen Sie dabei das vorstehende „r“ einfache weg: Liebe Teilnehmer*innen, Lehrer*innen, Mitarbeiter*innen, Forscher*innen, Übersetzer*innen, Künstler*innen, Bürger*innen …

In diesem Fall kann der Glottisschlag Phonem-Charakter annehmen. Lehrerinnen (kein Knacklaut) bedeutet „weibliche Lehrkräfte“; Lehrer*innen (mit Knacklaut) bedeutet weibliche und männliche Lehrkräfte.