Schlagwort: Österreich

Fertigkeit Sprechen

Ich war noch niemals in New York

Udo Jürgens war Kult! Der Österreicher machte 60 Jahre lang Unterhaltungsmusik und war einer der kommerziell erfolgreichsten Musiker im deutschen Sprachraum. 1982 schrieb er einen Song über verpasste Träume und die Sehnsucht nach Freiheit. Im Lied will ein Familienvater nach dem Abendessen noch schnell Zigaretten holen gehen und kommt unterwegs auf den Gedanken, aus seinem langweiligen Leben auszubrechen:

B2-Lesen: Merci – Udo Jürgens

Meine Berliner Kollegin Judith Poppe hat uns freundlicherweise eine Didaktisierung des Songs zur Verfügung gestellt, die zum Thema „Reisen“ passt und die sie mit einem A2-Kurs der VHS Friedrichshain-Kreuzberg ausprobiert hat. Vielen Dank!

  1. 1. Der Refrain wird als Laufdiktat abgeschrieben.
  2. 2. Erstes Hören: Refrain verstehen. Wer mag, darf zusätzliche Wörter aufschreiben, die jenseits des Refrains verstanden werden.
  3. 3. Zweites Hören: Refrain mitsingen.
  4. 4. Redeanlass in Kleingruppen: „In welchem Land/in welcher Stadt warst du noch nie, würdest aber gerne einmal dort hinfahren?“
  5. 5. Gemeinsam in der Kleingruppe eines der besprochenen Wunsch-Reiseziele auswählen, dazu Informationen recherchieren und die Stadt/das Land im Plenum vorstellen.

Landeskunde

Sommer ‘89

Gesungene Kurzgeschichte ab B1: Die Band Kettcar erzählt die Geschichte eines westdeutschen Fluchthelfers, der im August 1989 an der ungarisch-österreichischen Grenze Löcher in einen Zaun schneidet, um Familien aus der DDR die Flucht zu ermöglichen.

Massenflucht: Am 11. September 1989 öffnete Ungarn endgültig die Grenze zu Österreich. Der „Eiserne Vorhang“ war gefallen. In den folgenden drei Wochen flüchteten mehr als 25.000 DDR-Bürger nach Österreich. Die DDR verbot daraufhin Reisen nach Ungarn. Die Fluchtwelle war jedoch nicht mehr zu stoppen. Einige Wochen später, am 9. November, fiel die Berliner Mauer.

B2-Lesen auf spiegel-online: Massenflucht aus der DDR über Ungarn 1989

B2-Diskussionsanlass: Lässt sich das Lied auch als Kommentar zur aktuellen Flüchtlingshilfe verstehen?

Themen

Ich hab die Schnauze voll von rosa!

Bei einer Tee-Party mit Prinzessin Lillifee kommt es zu einer Überraschung. Offensichtlich ist die süße Fee schwer genervt von der Farbe rosa und singt: „Ich hab die Schnauze voll von rosa! Von lieb und brav und still! Ich mach jetzt, was ich will!“

Die in deutschsprachigen Ländern sehr populäre Figur der Prinzessin Lillifee ist die Heldin einer Kinderbuchreihe von Monika Finsterbusch. In den Büchern geht es um die Abenteuer einer kleinen Blütenfee und ihrer Freunde. Die dazu passende Produktreihe ist ausnahmslos in „Lillifee-Rosa“ gehalten und wurde dafür kritisiert, Klischees zu verstärken. Verglichen mit anderen Heldinnen aus Bilderbüchern ist Lillifee tatsächlich nicht besonders rebellisch. Die österreichische Liedermacherin Suli Puschban hält jedenfalls nichts davon, kleine Mädchen in rosarote Phantasie-Welten zu entführen.

B1-Lesetext: Was ist ein Klischee?

B2-Lesetext: Prinzessin Lillifee, zuckersüße Freundin

A2-Sätze sammeln: Wovon hast du die Schnauze voll?

  • Ich habe die Schnauze voll von … (Substantiv + Dativ: der Schule, der Arbeit, vom Regen, vom Stress, von Kummer und Sorgen, von Mücken)
  • Ich habe die Schnauze voll von … (Adjektivdeklination + Dativ: ungesundem Essen, schlechten Filmen, streitenden Geschwistern, meiner nervigen Tante Irmi, …)

Themen

Ich kenn dich nicht, doch ich mag dich jetzt schon

Wer kann die verrückteste Kennenlerngeschichte erzählen? Wie haben Sie z.B. Ihre beste Freundin/ Ihren besten Freund oder vielleicht sogar Ihre Partnerin oder Ihren Partner kennen gelernt? Das österreichische Duo Philipp & Julia kombiniert in ihrem Video gleich zwei lustige Kennenlerngeschichten:

Sehverstehen: Beim Sehen Stichpunkte notieren
– Gruppe A: Kennenlerngeschichte zwischen junger Frau und Verkehrspolizist (ab 0:00 bis Schluss)
– Gruppe B: Kennenlerngeschichte zwischen zwei Fahrradfahrern (ab 1:15 bis Schluss)

Kooperatives Schreiben: Jede Gruppe schreibt mithilfe der Stichpunkte eine kurze Geschichte.

Präsentation: Die Gruppen stellen sich gegenseitig ihre Kennenlerngeschichten vor, z.B. als Inszenierung mit Dialogen, als Tagebucheintrag, als Zeitungsnotiz, etc.

Vorteil kollektiver Texte: Im Vergleich zu Einzelprodukten sind Gruppentexte häufig inhaltlich origineller, enthalten durch die gemeinsame Korrektur weniger Fehler, sind weniger angstbesetzt und trainieren durch verschiedene kommunikative Handlungen (sammeln, planen, diskutieren, überarbeiten) alle Fertigkeiten.

Wortschatz / Redewendungen

Kleider machen Leute

Der Sänger der österreichischen Band Hacklerberry Pi & Die Faulen Kompromisse findet sich selbst genauso nutzlos, faul und unbrauchbar wie seinen alten Schuh. Kann seine Freundin diesen ausgelatschten, braunen Schuh lieben? Wohl nicht, denn sie läuft schnellstens davon und er sucht sie jetzt vergeblich im Fundbüro, ruft bei der Auskunft an und findet sie nirgendwo.

Miniprojekt: Lassen Sie Ihre Lernenden ein Kleidungsstück mitbringen, von dem sie sich nicht trennen – oder mit dem sie sich besonders identifizieren können. Jeder bekommt 5 Minuten für eine Kurzvorstellung seines besonderen Teils. Dabei geht es nicht nur um die Beschreibung (z.B. Farbe, Größe, Material, Alter), sondern vor allem um die besondere Bedeutung, also evtl. sogar um eine lustige Anekdote, in der dieses Kleidungsstück eine Rolle spielt.

B1-Leseverstehen: Was bedeutet die Redewendung „Kleider machen Leute“?

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